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… und dann kommt auch noch Pech dazu

Wären wir im Literaturbetrieb, wäre der Titel für diese Saison der Royals schnell gefunden: Tragödie. Gestern wurde in Marburg dazu ein weiterer Akt geschrieben.
Das Spiel begann hektisch und nervös, im ersten Viertel agierte Saarlouis mit einer aggressiven und präsenten Defense, mit der sich Marburg schwertat. Die Offensive auf beiden Seiten wirkte etwas unstrukturiert. Levke Brodersen bestimmte in dieser Phase eindeutig das Spiel der Royals, versenkte zwei Dreier in Folge und mit einem Zweipunktwurf führte sie in der 8. Spielminute sogar die Scorerliste an. Gleich danach – in Minute 9 – verletzte sich Levke bei einem unglücklichen Zusammenprall so schwer, dass sie nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die Mannschaft von Saarlouis war ob dieses Ereignisses sichtlich geschockt und wirkte in der Folge angeschlagen. Das erste Viertel endete mit 24:18 für die Gastgeber.
Der Schreck saß den Royals gerade im zweiten Viertel sichtbar in den Gliedern. Man suchte nach Struktur, fand sie zunächst nicht, verlegte dazu etliche Freiwürfe, aus einem 24:22 Anfang des 2. Viertels wurde ein 35:24 Mitte des Viertels. Zwischenzeitlich fanden die Royals, nun angeführt von der einmal mehr überragenden Sabine Niedola, zurück ins Spiel. Bis zur Halbzeit führte Marburg mit 46:37.
Nach der Pause, als klar war, dass Levke Brodersen nicht mehr ins Spiel zurück kommen würde, wurde Saarlouis stärker. Marburg verwaltete in dieser Phase des Spiels bereits zuviel. Einzig Svenja Greunke, die sowohl in Abwehr als auch im Angriff einen Sahnetag erwischte, machte Saarlouis das Leben immer wieder schwer. Das 3. Viertel endete knapp zugunsten Saarlouis und so stand es 61:54 vor dem letzten Spielabschnitt.
Marburg stagnierte weiter, Sabine Niedola lief heiß, der Marburger Trainer verzweifelte und die Royals wollten sich einfach nicht geschlagen geben. Sie kämpften sich Punkt für Punkt heran und gingen Mitte des letzten Viertels zum ersten Mal in Führung (63:64).
Marburg gelang es letztlich dank des größeren Kaders und der besseren Dreipunkteschützen das Spiel noch einmal zu drehen. Bei Saarlouis schwanden zusehends die Kräfte (Niedola spielte ohne Unterbrechung 40 Minuten durch!!!). Die Aufholjagd hatte zuviel Kraft gekostet, personelle Alternativen sind derzeit keine vorhanden, sodass auch dieses Spiel am Ende eine tragische Note in sich trägt und mit 76:68 an Marburg ging.
Dennoch – und das ist der positive Aspekt: Die Mannschaft kämpft, als ginge es um ihr Leben und sie gibt niemals auf. Die Spielerinnen sind charakterstark und kämpfen mit- und füreinander. Ich bin mir sicher, dass diese Haltung, diese Einstellung auch wieder Früchte tragen wird!
Sabine Niedola arbeitet weiter an ihrem Eintrag in die Geschichtsbücher des Damenbasketballs in Deutschland: 33 Punkte/8 Rebounds/40 Minuten Spielzeit/2 Fouls.

Together strong!

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